Frage 1

Auszug §37 Wasserhaushaltsgesetz: (1) … „Der natürliche Ablauf wild abfließenden Wassers darf nicht zum Nachteil eines tiefer liegenden Grundstücks verstärkt oder auf andere Weise verändert werden.“

 

Warum verantwortet und bezahlt dann die Stadt Wolfratshausen die Entwässerung des Golfplatzes, dessen Flächen versiegelt und der Wasserablauf mit einem Wall konzentriert wurden?

 

Warum gilt hier im Falle des wild abfließenden Wassers (Regen) nicht dieses Wasserhaushaltsgesetz?

 

Zur Sachlage: Beim Bau des Golfplatzes wurde das Gelände großflächig versiegelt und mit einem ca. 400 Meter langen Wall nach Osten abgegrenzt. Wegen der topographischen Anordnung erfolgte die Konzentration von wild abfließendem Wasser aus einer Gesamtfläche von ca. 20.000 m² am nördlichen Ende des Walls. Bei Starkregen wurde dann offensichtlich dadurch der Hang der damals neu erstellten Bergwaldbühne ausgespült. Zur Abwendung dieser Erosion verlängerte die Stadt Wolfratshausen den Wall auf dem Golfplatz um ca. 80 Meter. Lagen rechtliche Vereinbarungen vor, um auf fremden Grund und Boden diese baulichen Maßnahmen von der Stadt vorzunehmen?

 

In Folge von Starkregen wurde der Hang nach dem verlängerten Wall, oberhalb des alten Wasserreservoirs stark ausgespült. Einige Murenabgänge verursachten erhebliche Schäden. Zur Abwendung von weiteren Muren sind von der Stadt aufwendige und kostenintensive Maßnahmen ergriffen worden, deren Kosten mutmaßlich abwendbar gewesen wären.

 

Sind Maßnahmen rechtlicher und verwaltungstechnischer Art ergriffen worden, um die Verursacher wegen dieser Aufwendungen in Regress zu nehmen, sind finanzielle oder materielle Ausgleichsmaßnahmen erfolgt?

 

Frage 2

Seit Jahren wird viel Geld ausgegeben, um verschiedene Planer und Ingenieure damit zu beauftragen, eine Lösung des Problems der Beseitigung, bzw. Verhinderung der Schäden durch Niederschlagswasser am Berghang zu erarbeiten. Warum ist keiner der Fachleute wesentlich früher auf die simple und kostengünstige Lösung gekommen, einfach das Wasser nach Westen zu leiten?

 

Frage 3

Für die Ableitung des wild abfließenden Wassers aus dem Golfplatzgelände baute die Stadt Wolfratshausen ein Rückhaltebecken. Warum folgte die Stadt Wolfratshausen nicht der Empfehlung des Wasserwirtschaftsamtes, nämlich kostengünstig und genehmigungsfrei das vom Golfplatz wild abfließende Wasser breitflächig über die bewaldete Fläche nach Westen abzuleiten? Diese Maßnahme wäre mit geringen Aufwand, sofort und praktisch risikofrei umsetzbar gewesen. Damit wären nahezu alle Kosten für die Erstellung des Rückhaltebeckens und das Erstellen des Notbeckens mit dem Abpumpen einzusparen gewesen.

 

Alfred Fraas, am 2.Januar 2018