Wünsch-dir-was mit der CSU

Auftakt zur neuen Veranstaltungsreihe „#red_mit“ kommt an

Wolfratshausen – Früher nannte die CSU ihre öffentlichen Treffen „Stadtgespräch“ oder „Tacheles“. In Zeiten, in denen der Fraktionsvorsitzende und Bürgermeisterkandidat Günther Eibl ein „Wolfratshausen 4.0“ – ein Ausdruck aus der Welt der Digitalisierung – anstrebt, heißt das Format „#red_mit“. Es fand am Donnerstagabend erstmals im Wirtshaus Flößerei statt.

Was ihnen die CSU mit dieser Kryptologie sagen will, darüber konnten sich die Besucher den Abend über beim Betrachten der aufgestellten blauen Werbe-Banner mit eben jener Aufforderung ihre Gedanken machen. Die Botschaft zwischen den Sonderzeichen, dass ihre Meinung gefragt ist, jedenfalls kam an.

Vor der Kommunalwahl im nächsten Jahr wolle die CSU das Ohr am Bürger haben, kündigte die stellvertretende Vorsitzende Claudia Drexl-Weile an. Vorbild ist der Bürgerbeteilungsprozess der Stadt, den Eibl ausdrücklich lobte: „Da kommt die Stadt ihrer Hausaufgabe nach.“ Einige der Anregungen zur Aufwertung der Loisachstadt, die aus der Mitte der rund 50 Besucher kamen, waren bereits bei den Bürgerbeteiligungs-Workshops genannt worden, andere waren neu.

So schlug Heinz Wensauer vor, den Garten hinter der Happ’schen Apotheke nach den Bauarbeiten am ehemaligen Isar-Kaufhaus in einen Apotheker-Garten, eventuell mit japanischem Teehaus als Bezug zur Partnerstadt Iruma, umzuwandeln. Die Idee mit dem Garten fand Anklang, auch bei Eibl.

Auf den Vorschlag eines anderen Diskussionsteilnehmers, die entstehenden neuen Parkplätze am Hatzplatz und am Paradiesweg kostenlos anzubieten, um mehr Menschen in die Innenstadt zu locken, ging der Bürgermeisterkandidat nicht ein. Er halte jedoch die Reihenfolge, erst Parkmöglichkeiten zu schaffen, dann dadurch Geschäfte anzusiedeln und schließlich das Westufer der Loisach aufzupeppen, für sinnvoll.

Der Wunsch einer jungen Frau, die Altstadt nicht nur für Besucher, die mit dem Auto kommen, attraktiver zu machen, sondern auch für Radfahrer, wurde aufgenommen. Die Stadt werde diesen Aspekt bei der Umgestaltung der Marktstraße berücksichtigen, sagte Eibl.

Aus Farchet kam der Wunsch nach einem Parkleitsystem, das die Besucher des Märchenwalds, der am 13. April wieder in die Saison startet, an den Wochenenden und Feiertagen auf den Parkplatz der Firma EagleBurgmann an der Äußeren Sauerlacher Straße lotst.

Ein Neubürger würde eine duale Altenpflege- oder Kinderpflege-Einrichtung in Wolfratshausen begrüßen. Die Schüler könnten die Stadt beleben und gleichzeitig eine wertvolle Hilfe in Seniorenheimen und Kindergärten darstellen, meinte er. Eibl sprach sich in diesem Zusammenhang dafür aus, dass Wolfratshausen nur langsam weiterwachsen solle. In der jüngsten Zeit seien 200 neue Wohnungen entstanden. „Wir sind nicht verantwortlich dafür, dem Siedlungsdruck aus München nachzugeben“, betonte er.  tal

Info

Das nächste „#red_mit“ der CSU Wolfratshausen findet am Donnerstag, 9. Mai, ab 20 Uhr im Wirtshaus Flößerei statt.

Quellenangabe: Isar-Loisachbote vom 06.04.2019, Seite 34